Rebsorten



Reihe
0 Plantscher
Plantscher ist eine alte Weissweinrebe aus dem Oberwallis und ist nur noch vereinzelt zu finden. Die an diesem Rebberg angepflanzten Rebstöcke sind aus einer Rebe gezogen worden, die vor einigen Jahren in St.German gefunden wurde. Es handelt sich hier um eine Rarität.

1 Gwäss
Gwäss - der verdeutschte Name für Gouais blanc - ist eine Rebe, die im Mittelalter besonders in der Ile-de-France und in der Champagne den grössten Teil der Rebflächen bedeckte. Vielleicht sind diese Reben durch Nachfahren der Ligurer ins Wallis gebracht worden. Der säurereiche und zuckerarme Wein wird hauptsächlich als Verschnittwein verwendet, um säurearmen Weissweinen etwas Spritzigkeit zu geben. Nur noch ganz vereinzelt wird er pur ausgebaut.

2 Lafnetscha
Lafnetscha ist identisch mit der Rebsorte Blanchier und gilt als eine der ältesten Walliser Rebsorten. Der Name Lafnetscha wird von Walliser Mundart abgeleitet. Da der Wein eher zu früh geerntet wurde, musste er wegen seiner Herbheit länger ausgebaut werden, was dazu führte, dass er nicht jung getrunken (gelafft) werden sollte. Laff-nit-scha heisst trink-nicht-schon.

3 Rèze
Rèze/Resi vert et jaune gehören zu den Vieux Plants des Wallis. Es handelt sich dabei um Reben, die nur im Wallis heimisch sind und die seit unbekannter Zeit hier kultiviert werden. Reinen Rèze gibt es kaum noch. Einer alten Tradition entspricht es, dass der Rèze früher im Lärchholzfass ausgebaut wurde, der Wein erhielt - ähnlich wie beim griechischen Retsina - einen harzigen Goût, wobei aber der charakteristische Traubengeschmack etwas überdeckt wurde.

4 Petite Arvine
Beim Arvine handelt es sich - wie beim Amigne - um eine Traube, die auch die Römer in die Schweiz gebracht haben sollen. Es wird zwischen drei verschiedenen Arvine unterschieden. Der grossbeerige Arvine und der Petite Arvine, der kleinere Beeren hat. Der Wein aus der Petite Arvine Traube hat ein volleres Bouquet und einen geringeren Säuregehalt. Typisch ist der leicht salzige Abgang.

5 Fendant (Chasselas)
Fendant nennt man hier im Wallis den Weisswein, der aus der Rebe Gutedel oder Chasselas stammt. St.German war einst die Hochburg für den Anbau der Chasselas Rebe. Die Meinungen über die Herkunft gehen stark auseinander. Es wird vermutet, dass die Rebe über den Türkischen Hof ins Dörfchen Chasselas im Burgund gebracht und angebaut wurde. Andere vertreten die Ansicht, dass der Ursprung der Rebe in Ägypten liege, wo sie seit ca. 2800 Jahren existieren soll.

6 Gros Rhin
Johannisberg ist neben dem Fendant der hauptsächlichste Weisswein der im Wallis angebaut wird. Auch dieser Name wird nur im Wallis verwendet. Die Traube, aus der der Johannisberg hergestellt wird, heisst Gros Rhin. Auch hier streiten sich die Gelehrten über die Herkunft. Einerseits soll die Traube stark der apianischen Rebe, die Plinius in seinem Werk “Historia Naturalis” beschrieb, ähneln, andererseits geht man von der Annahme aus, dass die Wiege im rumänischen Transsylvanien (Siebenbürgen) stand.

7 Muscat
Vieux Muscat du Pays ist eine alte Walliser Muskattraube mit kleinen Beeren, die mit grossbeerigen Muskatellertrauben nicht identisch ist. Der Muskatellerwein wird heute auf allen Kontinenten aus den verschieden-sten Muskatreben gekeltert, die im Laufe der Jahrhunderte teils durch Mutationen, teils durch Selektionen oder durch Kreuzungen entstanden sind. Nebst dem alten Walliser Muskat, werden noch Muskat Canelli (aus Italien) und Muskat Ottonel (Elsass) angebaut.

Reihe
8 Pinot Noir
Pinot Noir oder Blauburgunder ist eine der vier Hauptsorten, die im Wallis angebaut werden. Er stammt mit höchster Wahrschein-lichkeit aus dem Burgund, wo er ja heute noch angebaut wird und Weine gedeihen lässt, die Weltberühmtheit erlangt haben. In einer Urkunde aus dem Jahre 1394 wird er das erste Mal erwähnt. Wie viele andere Weine aus dem Burgund wird auch er dem Rhonelauf aufwärts folgend ins Wallis gebracht worden sein.

9 Gamay
Der Gamay stammt vermutlich aus dem kleinen Weiler Gamay südwestlich von Beaune. Andere Meinungen gehen dahin, dass es sich um eine Rebe handelt, die römische Legionäre um das Jahr 280 nach Christus von Dalmatien nach Frankreich gebracht haben. Nebst der Rolle als “Dôlebestandteil” wird der Gamay auch pur gekeltert und als Gamay angeboten.

10 Gamaret
Gamaret ist eine Kreuzung zwischen Gamay und Reichensteiner. Er ist der Bruder des Garanoir und wird in allen Regionen der Westschweiz und des Tessins angebaut. Er wird im Rebberg zur vollen Reife gebracht und ergibt farbkräftige Weine mit würzigen Aromen.

11 Cornalin
Der sehr wahrscheinlich aus der alpinen Zone stammende Cornalin, im Wallis früher Alter Landroter genannt, wird ausschliesslich im Wallis und im angrenzenden, aber zu Italien gehörenden Aostatal angebaut. Er reift spät, produziert unregelmässig und ist sehr empfindlich auf Fäulnis. Wenn sein Ertrag streng gezügelt wird, dann bringt der Cornalin konzentrierte, rustikale Weine hervor, die mit wilden, würzigen Noten bestechen.

12 Humagne Rouge
Bei Humagne Rouge handelt es sich nicht um den Bruder des Humagne Blanche, sondern um eine eigenständige Rotweinsorte, die auch Oriou genannt wird. Wie andere Rebsorten soll auch diese aus dem Aostatal ins Wallis gekommen sein.

13 Malvoisie
Malvoisie ist im Wallis der Wein, der aus der Grauburgundertraube hergestellt wird, auch Pinot Gris oder Ruländer genannt. Er gelangte schon im frühen Mittelalter aus dem Burgund in die Schweiz.